Die ursprüngliche, von 1898 an
gewachsene Fabrikanlage kommt in ihrer Entwicklung zur Geltung. Wird eine
spätere Aufstockung nicht berücksichtigt, so entspricht der
heutige Grundriss wieder dem Grundriss von 1943.
1941 wurde eine Baracke für Kriegsgefangene erstellt. 1943 wurde an
dieser Stelle von der Firma Böker & Söhne die
"Wohnbaracke für ausländische Arbeiter" mit der
Größe von 10x21m erstellt. Diese wurde in den 60er Jahren als
"Fremdarbeiterheim" genutzt. Heute ist dies eine der letzten
erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken in Hannover. An diesem
Gebäude soll in Kürze eine Erinnerungstafel angebracht
werden.
Die für die neue Nutzung notwendigen Fassaden-, Türen- und
Fensteränderungen wurden so durchgeführt, daß der alte
Fabrikcharakter trotz der Weiterentwicklung erhalten blieb. Eine liebevolle
Restauration vieler Details unterstützt dies.

Auch der innere
Charakter der Gebäude blieb weitgehend erhalten. Die vorhandenen
inneren Trennwände wurden nur vorsichtig durch weitere Wände
ergänzt. Flure und ein zentrales Treppenhaus wurden so eingefügt,
daß in allen Räumen die Fabrikkonstruktion erkennbar blieb. Dies
ist zum Beispiel an dem nur filigran verstärkten Sprengwerk, den
Bimsbeton-Stahl-Decken mit Säulen und den nachgearbeiteten
Ziegelwänden sowie der Verwendung alter aufgearbeiteter
Gußheizkörper sichtbar.
Viele Anlagendetails wurden erhalten, die Aufzüge von 1936 und 1952
sind original in Betrieb (mit TÜV-Abnahme), eine Stanze von 1912 wurde
versetzt und läuft heute im Museumsbetrieb. Aufzüge von 1936 und
1952 sind noch im Originalzustand in Betrieb. Säulenkonstruktionen,
Wandstrukturen, teilweise Türen, Lampen, sowie altes Inventar wie
Industrie-Schränke und -Regale, Arbeitsflächen aus Holz und Metall
sowie ein früheres Fotoatelier wurden aufgearbeitet und wieder
verwendet. Eingebaute OP-Schränke blieben erhalten.

Die Sanierung erfolgte unter
Berücksichtigung ökologischer Aspekte: durch die
Verwendung alter Baumaterialien (Steine, Gußheizkörper, etc.),
gute Isolierungen und Holzfenster. Im Innenbereich wurde teilweise mit
Lehmziegeln gemauert und mit Lehm verputzt, in Büros und Wohnungen
wurden Holzparkettfußboden verlegt und mit Wachs/Leinöl
versiegelt, Farben und Lacke wurden, wo möglich, aus ökologischer
Herstellung verarbeitet.
Der gesamte Umbau ist mit wenig Energie- und Ressourcenaufwand
durchgeführt worden.
Im Heizungraum stehen inzwischen 3 Blockhizkraftwerke ASV 15
(www.energiewerkstatt.de) mit deren Abw�rme ca. 80%
des W�rmebedarfes des Gel�ndes erzeugt wird.

Trotz eines guten
Schadstoffgutachtens über das Gelände wurde 1995 den Boden der
Freifläche auskoffert und mit etwa 40 Sattelschleppern Mutterboden
verfüllt.
Nach und nach wurde das Gelände danach begrünt, rund um den
alten Feuerwehrbunker mit Baum- und Buschbepflanzung entstand ein Biotop
für Vögel und Fledermäuse. In angelegten Benjes-Hecken
leben Igel und andere Kleintiere, auch Bienenstöcke sind hier
heimisch. Duftende, teilweise alte, Blumenzüchtungen und
Kräuter und Heilpflanzen bereichern die Grünfläche.
Seit dem November 2000 steht hier auch die Buddha-Statue des
Indonesischen Pavillons der EXPO 2000. Es ist innerhalb einer alten
Fabrikanlage eine Oase für Menschen und Tiere entstanden.
Dafür erhielt das Gelände im Jahr 2001 den 1. Preis des
Wohnumfeldwettbewerbs der Stadt Hannover.